Digitalisierung von Beton, Ziegeln und Mörtel – die Herausforderungen in der Baubranche

IMG_4178Stellen Sie sich das mal vor: Da hat vor 20 Jahren jemand den Beruf des Baggerfahrers gelernt. Linker Hebel – Schaufel hoch, rechter Hebel – Schaufel runter. Beide Hebel vorwärts – Schaufel auf, in die Gegenrichtung Schaufel zu. Und heute? Da fährt der Bagger selbstständig, GPS-gesteuert, hebt millimetergenau die Grube aus, in der wenige Monate später ein Haus stehen wird. Wie mittlerweile wohl in allen Branchen dieser Welt ist auch das  Baugewerbe von der zunehmenden Digitalisierung betroffen. Aber wie macht man Beton, Steine, Lieferanten, unterschiedliche Gewerke, ja eine ganze Branche digital?

93 Prozent der Baufirmen gehen davon aus, dass die Digitalisierung die Gesamtheit ihrer Prozesse beeinflussen wird. Doch bisher folgt dieser Erkenntnis in den wenigsten Fällen ein entsprechendes Handeln, wie die Roland Berger-Studie „Digitalisierung der Bauwirtschaft – Der europäische Weg zu Construction 4.0“ zeigt. Die Experten von Roland Berger haben dafür 40 Bauunternehmen und Bauzulieferer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt, wie sie die Potenziale der Digitalisierung einschätzen und wie weit sie mit der Umsetzung sind. Weniger als 6 Prozent der Baufirmen nutzen bisher durchgehend digitale Planungsinstrumente. Zum Vergleich: Die gesamte deutsche Wirtschaft verbesserte ihre Produktivität in diesem Zeitraum um 11 Prozent, das verarbeitende Gewerbe sogar um 34 Prozent und das produzierende Gewerbe um 27 Prozent. „Die zögerliche Umsetzung überrascht vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Produktivität in der Bauindustrie“, sagt Kai Stefan Schober, Partner von Roland Berger.

Im Zentrum der Umfrage standen vier Hebel, die für die digitale Transformation entscheidend sind: Die Nutzung digitaler Daten, die Gewährleistung des digitalen Kunden- und Lieferantenzugangs, der Ausbau der Automation und der Aufbau von Netzwerken. Je nachdem, in welchem Bereich der Baubranche ein Unternehmen tätig ist, wird die Bedeutung dieser Hebel unterschiedlich eingeschätzt. „Je offensichtlicher die Vorteile sind, desto besser erkennen die Unternehmen das Potenzial der digitalen Transformation“, sagt Schober. So sehen die Studienteilnehmer etwa großes Verbesserungspotenzial, wenn sie digitale Daten in der Logistik oder im Marketing und Vertrieb nutzen.

„Unternehmen müssen lernen, alle Digitalisierungshebel auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette einzusetzen, um die Produktivität bestmöglich zu steigern“, sagt Philipp Hoff, Co-Autor der Studie. „Bislang ist hier nicht viel passiert: In keinem der von uns befragten Unternehmen wurde die Digitalisierung bisher konsequent über alle Bereiche umgesetzt.“

Für den Aufbau einer „digitalen Bauwirtschaft“ gibt es bereits viele Anwendungsmöglichkeiten und Softwarelösungen. Etwa im Bereich der Beschaffung, einem großen Kostenfaktor in der Baubranche: Mit digitalen Plattformen können Firmen bis zu 10 Prozent Kosten sparen. Ähnlich bei der Baustellenlogistik: Supply-Software ermöglicht Lieferungen genau dann, wenn das Material auf der Baustelle benötigt wird. Das spart Lagerplatz und -kosten sowie Arbeitszeit der Bauarbeiter, die bisher 70 Prozent ihrer Zeit mit Auf- und Umräumen oder mit der Suche nach Materialien verbringen. Gleiches gilt für die Vernetzung von Baumaschinen, die eine effizientere Auslastung ermöglicht.

IMG_5752.jpgWesentlicher Erfolgsfaktor sind auch in der Baubranche konsistente, umfangreiche und hochwertige Produktinformationen. Was einfach klingt, stellt hohe Anforderungen. Wie gelingt erfolgreiches Produktdatenmanagement? Welches PIM-System passt zum Geschäft und zur Systemlandschaft? Bei vielen Unternehmen herrscht Unsicherheit darüber, welche Technologien mittel- bis langfristig die richtige Perspektiven bieten. Dazu kommen regulatorische Rahmenbedingungen, die beachtet werden müssen. Immer mehr Unternehmen der Baubranche entscheiden sich für die Lösung dieser Herausforderungen für Contentserv. Gerne beraten wir Sie, nehmen Sie noch heute Kontakt auf!

Lutz Haedrich

Über Lutz Haedrich

Marketing Consultant bei Contentserv. Verantwortlich für die Bereiche Video, Text, Web, Leadmanagement. Nerdisch by Nature.
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