Der Mittelstand und die Digitalisierung – Teil I

Digitalisierung im Mittelstand - Teil 1Was haben wir ihm nicht alles zu verdanken, dem guten alten Mittelstand. Ausgeprägt wie in kaum einen anderen Land, steht der „German Mittelstand“ weltweit für technologische Stärke, Innovation und Unternehmergeist. Er stellt nicht nur rund 60 Prozent aller Arbeitsplätze, sondern auch weitaus mehr als 80 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland zur Verfügung. Mehr als 99 Prozent der deutschen Unternehmen zählen zum Mittelstand, die Spanne reicht – je nach Definition – vom kleinen Handwerksbetrieb bis zu weltweit aktiven Unternehmen mit knapp einer Milliarde Euro Jahresumsatz.

Oftmals in Nischen fest etabliert, sind viele Mittelständler längst international aufgestellt – laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums („Innovativer Mittelstand 2025“) sehen die Prognosen für den Unternehmenserfolg im Nischen- und Spezialisierungsmarkt auch in Zukunft rosig aus. Wäre da nicht diese eine Sache, mit der der Mittelstand in Deutschland irgendwie nach wie vor noch nicht so richtig zurechtkommen möchte. Richtig, wir sprechen über die Digitalisierung.

In unserer dreiteiligen Reihe „Der Mittelstand und die Digitalisierung“ auf www.digitalisierungsluecke.de nehmen wir es mit dem „Feind“ auf – von einer allgemeinen Herangehensweise über Studienergebnisse bis hin zu Erfahrungsberichten aus der Praxis. Drei Wochen, drei Texte, die Ihre Sichtweise auf die Digitalisierung im Mittelstand nachhaltig prägen und den Feind zum Freund machen (oder zumindest die Grundlage für eine Hassliebe bilden. Wäre für den Anfang auch schon ein Schritt in die richtige Richtung.).

Schlagwort-Abtausch sorgt für Verwirrung

Newsfeeds, Magazine, Online-Foren und auch die Köpfe der CEOs sind voll damit: Massen an Schlagworten rund um die Digitale Transformation schwirren durch die Gegend, ohne dass ihre Bedeutung überhaupt jedem, der damit hantiert, klar ist. Cloud-Computing, Smart Services, Industrie 4.0, Internet of Things, Künstliche Intelligenz – alle diese Begriffe erheben an sich den Anspruch, eines der Top-Buzzwords in Sachen Digitalisierung und von der digitalen Agenda nicht wegzudenken zu sein. Realität oder viel Lärm um nichts?

Bei dem Schlagwort-Abtausch, der sich uns bietet, verwundert es eigentlich nicht, dass sich so mancher Mittelständler erst garnicht mit dem Projekt Digitalisierung beschäftigt der allgemeinen Entwicklung kritisch gegenübersteht.

Zu Recht fragt er sich: Ist das wirklich alles wichtig? Was davon bringt mein Unternehmen weiter und welche Aspekte kann ich getrost außer Acht lassen?

So einfach lässt sich diese Frage leider nicht beantworten. Denn die Wege und Möglichkeiten, die passende Digitalstrategie für das eigene Unternehmen zu finden, sind vielfältig. Eine Blaupause, also den einen Weg, der immer funktioniert, gibt es nicht. Es gibt nicht DEN Weg, aber einen gibt es sicherlich.

Der erste Schritt ist daher, sich genau dessen bewusst zu werden und auch die Notwendigkeit, diesen Weg mit seinem Unternehmen zu gehen, zu erkennen.

Digitalisierung aus verschiedenen Perspektiven

Digitalisierung betrifft nicht nur die Unternehmensseite. Sie verändert auch die Kunden. Sie macht sie zu gut informierten und vernetzten Akteuren am Markt und stärkt nachhaltig ihre Verhandlungsposition. Schon heute verlangen Kunden maßgeschneiderte Lösungen und individuelle Produkte zu attraktiven Preisen. Wer da nicht mitzieht, sieht auch das große Geschäft mit den vormals kaufwilligen Interessenten schnell an sich vorüberziehen – gekauft wird dann nämlich bei der Konkurrenz, die diese Entwicklung mitgemacht hat. Was soll man sagen, der Kunde ist König.

Wer den Prozess aber für sich und sein Unternehmen nutzt, für den entstehen neue ungeahnte Chancen: völlig neue Geschäftsmodelle, neue Möglichkeiten zur Kundengewinnung bzw. -bindung und effizientere Prozesse sorgen dafür, dass sich nicht nur beispielsweise seitens der IT-Landschaft im Betrieb etwas grundlegend verändert. Durch gut durchdachte Change-Prozesse können Mittelständler den Anschluss an große Unternehmen halten und sich so auch künftig ihre Aufträge sichern.

Die Effizienzsteigerung durch Reduktion von Zeit und Kosten ist beispielsweise auch bei KMUs durch vernetzte Maschinen und andere smarte Software-Tools, wie beispielsweise innovativen Lösungen zum Marketing Information Management, möglich. Wichtig bei der Auswahl ist – nicht nur im Mittelstand – die Usability. Schließlich müssen neue IT-Systeme schnell einsatzfähig gemacht werden und zwar so, dass die Mitarbeiter damit umgehen können und wollen. Je stärker digitale Technologien in den Betrieben Einzug halten, umso wichtiger wird der Aspekt der Bedienbarkeit. Nur wenn Softwareanwendungen diese Anforderung erfüllen, werden Mitarbeiter, oder auch Kunden und externe Dienstleister, sie bei ihren Arbeitsprozessen einsetzen.

IT, IT, IT – und wo bleibe ich?

Wie das Internet der Dinge Arbeitswelten verändert, darüber haben wir schon vor einiger Zeit berichtet. Heute gehen wir noch einen Schritt weiter: Nicht nur die zugrundeliegenden Prozesse sind einem Wandel unterworfen, auch die Arbeitsumgebung und Arbeitsweise der Mitarbeiter verändert sich grundlegend. Deshalb ist es wichtig, der IT zwar einen zentralen Platz im Change-Prozess einzuräumen, sich aber eben nicht nur mit technischen Fragen zu beschäftigen, sondern auch die Mitarbeiter auf den bevorstehenden Wandel vorzubereiten und während des gesamten Prozesses und darüber hinaus zu begleiten. Digitalisierung ist Teamsport.

Wie steht es wirklich um den Mittelstand? Wo bleiben die „harten“ Fakten? Es bleibt spannend – mehr dazu nächste Woche in Teil 2 unserer Reihe Der Mittelstand und die Digitalisierung.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.